Obdach-Fertig-Los e.V.
Chronik

Wie entstand Obdach-Fertig-Los ?

Hamburg-Groß Borstel, Spätsommer 1994: Der obdachlose Klaus Lenuweit und Gerhard Arland lernen sich zufällig  im Café Begegnung kennen  - einem Café  des Heilsarmee-Männerwohnheims Jakob-Junker-Haus. Mit dessen Bewohnern  führen Arland und Lenuweit eine selbst erdachte Neu-fassung der Weihnachtsgeschichte auf. Damit ist der Grundstein für das "Erste Hamburger Obdachlosen-Theater" gelegt.

Klaus Lenuweit und Gerhard Arland

Unser erstes Theaterstück: Pension Sonnenschein

Von März bis Oktober 1995 proben Bewohner des Jakob-Junker-Hauses und ein paar "Bürgerliche" das von Arland und Lenuweit geschriebene Stück Pension Sonnenschein.

Premiere von Pension Sonnenschein ist am  28. Oktober 1995 im Theatersaal der Alsterdorfer Anstalten in Hamburg.

Von Februar bis Oktober '96 finden weitere Aufführungen im Kieler Gefängnis, im Festsaal des Eutiner Schlosses und in mehreren Städten Schleswig-Holsteins statt.

Wohnopoly

Obdach-Fertig-Los kreiert das Wohnopoly (ein Monopoly-Spiel auf der Ebene der Obdachlosen). Im Oktober '97 veranstalten wir  mit Profi-Schauspielern Wohnopoly vor dem Hamburger Thalia-Theater.  Die ganze Straße ist unsere Bühne. Noch heute schwärmen viele davon.

Ein Höhepunkt

Aufführung von Pension Sonnenschein im Thalia in der Kunsthalle am 1.12.1996.

Danach bezeichnet Gottfried Krieger, Theater-kritiker der Hamburger Morgenpost, Obdach-Fertig-Los als die Entdeckung der Theatersaison 96/97.

Unser zweites Theaterstück: Kalte Platte

Von April bis August '97 schreiben Lenuweit und Arland ihr zweites Stück: Kalte Platte.

Premiere von Kalte Platte am  13. Februar 1998 im Thalia in der Kunsthalle.  Das Theater ist aus-verkauft ! Sieben Minuten Schluss-Applaus. Auch am folgenden Tag heißt es: ausverkauft !

Danach Aufführungen im Rieckhof in Harburg, bei der Wilhelmsburger Tafel, in sechs Hamburger Kirchen, bei der Diakonie in Celle, bei TuWas in Flensburg und im SPEICHER in Husum. Und zum Schluss  drei Tage hintereinander im Theater-Saal der Bugenhagen-Kultur-Kirche.

Auch Wohnopoly wird mehrfach gespielt, so z.B. auf der Messe "Du und Deine Welt".

Unser drittes Stück: Straßenköter

Ab Januar 2001 proben wir unser neues Stück Straßenköter. Gerhard Arland und Thomas Dominik, der bis Januar 2000 noch obdachlos war, sind die Autoren.

Straßenköter-Premiere am 1.12.2001

Trotz zweimaligen Regiewechsels und der kurz-fristigen Neubesetzung einer der beiden Hauptrollen gelingt uns eine grandiose Premiere am 1. Dezember 2001.

Nach insgesamt 16 Aufführungen bellen die Straßenköter nicht mehr. Am 8.11.2003 spielen wir zum letzten Mal im ausverkauften Kellertheater.

Unser viertes Stück: Abwärts zu den Sternen

Auch dieses Stück haben sich Gerhard Arland und Thomas Dominik ausgedacht. Die Premiere am 18. Februar 2005 in der Hamburger FABRIK wird unvergesslich bleiben. 250 Zuschauer -  tolle Stimmung - einfach Klasse !

Danach Aufführungen in Uelzen, Husum, Celle, Kiel, Rotenburg (Wümme) und beim internationalen Obdachlosen-Theaterfestival  im Januar 2006 in Prag. Auch in Hamburg haben wir mit unserem Stück acht Aufführungen.

Nach 15 Vorstellungen sind die Sterne erloschen. Am 15.12.2006 spielen wir zum letzten Mal Abwärts zu den Sternen  in Osterholz-Scharnbeck - eine tolle Dernière, an die wir noch lange denken werden. 

Unser Klassiker: Läusepension (Pension Sonnenschein)

Im Januar 2007 geben wir unserem Klassiker Pension Sonnenschein einen neuen Titel - Läusepension - und beginnen mit einer Neuinszenierung. Während der Proben verlassen uns drei Mitspieler,  aber neue gesellen sich zu uns.  Und obgleich eine Darstellerin zwei Tage vor der Premiere  ins Krankenhaus muss, gelingt uns am 2. September 2007  eine großartige Premiere vor 120 Zuschauern im großen Saal des Rathauses von Hagenow.

Danach eine Vorstellung in Nordholz bei Bremer-haven und  am 13.10.2007 eine traumhafte Aufführung  im Berliner Ensemble  in Berlin  !  Dann  Vorstellungen in  Hamburg-Lurup,  Husum,  Uelzen und  Hamburg-Altona.

Und am 20.6.2008 waren wir mit unserer Läusepension zu Gast im Knast: In Santa Fu, der bekannten Hamburger Justizvollzugsanstalt, hatten wir hautengen Kontakt zu den Gefangenen, denen keine Pointe unseres Spiels entging. Verein-zelt kam es hinterher sogar zu Umarmungen. 

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